Morgengebet

Gott sieht das Herz an

Daniel Oesterle
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Heute ist Samstag, der 16. Mai, der einundvierzigste Tag der fünfzigtägigen Osterzeit bis Pfingsten, in der wir dem auferstandenen Jesus durch die erschrockenen Augen seiner ersten Jüngerinnen und Jünger begegnen.

Pause (Ruhe & Innehalten)

Zu Beginn meines Betens lasse ich es ruhig werden in mir. Ich atme langsam und bewusst und sammle meine zerstreuten Gedanken: Gott, du bist hier.

Vorbereitungsgebet

Herr Jesus Christus, Gekreuzigter und Auferstandener, begegne mir und sprich zu mir. Schenke mir deinen Frieden, jetzt, in diesen Momenten des Gebets, und im Laufe des kommenden Tages.

Rejoice and Reflect (Freude & Reflektieren)

Ich entscheide mich heute bewusst, mich daran zu freuen, dass Gott mich sieht, und stimme ein in den uralten Lobpreis des ganzen Gottesvolkes, mit Worten aus Psalm 139:

JAHWE, du hast mich erforscht und erkannt.
Ob ich sitze oder stehe, du weißt es,
du kennst meine Gedanken von fern.
Ob ich ruhe oder gehe,
du prüfst es,
mit all meinen Wegen bist du vertraut.
Noch eh das Wort auf meine Zunge kommt,
hast du es schon gehört, JAHWE.
Von allen Seiten umschließt du mich,
ich bin ganz in deiner Hand.
Das ist zu wunderbar für mich, es zu begreifen,
zu hoch, dass ich es verstehe!
Psalm 139,1-6 (NeÜ)

Heute befinde ich mich gemeinsam mit den Jüngerinnen und Jüngern in jenem Obergemach in Jerusalem, wo sie versammelt waren. Und während sie dort beten und auf den Heiligen Geist warten, verbringen sie auch einige Zeit mit der Entscheidung, wer als zwölfter Apostel berufen werden soll, um Judas Iskariot zu ersetzen…

Die Bibel verrät uns sehr wenig über Matthias. Sicher ist, dass er Jesus während seines gesamten öffentlichen Wirkens gefolgt war und auch Zeuge seiner Auferstehung wurde.

Matthias war Jesus lange Zeit ruhig und beharrlich im Hintergrund gefolgt. Er hatte sich als zuverlässig erwiesen, aber bis zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht ausgewählt worden. Er hatte es nie in die „Schlagzeilen“ der Evangelien geschafft – aber Gott sah seine stille Treue am Rande des Geschehens.

Ask (Bitten)

Gott, mach mich bereit, dir und den Menschen um mich herum heute zu dienen – auch wenn ich mich dabei unbedeutend oder ungesehen fühle. Danke, dass du siehst und belohnst, was ich im Verborgenen tue (Matthäus 6,4).

Ich bete jetzt für meine Gemeindeleitung. Ich bitte Gott, ihnen Weisheit und Urteilsvermögen zu geben, besonders für ihre Aufgabe, neue Leute in Führungsrollen zu berufen.

Yield (Hingabe)

Ich lese den Abschnitt noch einmal. Dabei achte ich darauf, welches Wort oder welchen Satz der Heilige Geist mir besonders aufs Herz zu legen scheint…

Ich nehme mir einen Augenblick Zeit, um über die Worte oder Sätze nachzudenken, die der Heilige Geist mir aufs Herz gelegt hat.

Ich bemerke den Satz: „Du, unser Herr, du kennst die Herzen aller Menschen“. In unserer ergebnisorientierten Kultur sind es oft die lautesten und ambitioniertesten Menschen, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dennoch werde ich heute daran erinnert, dass Gott nicht auf das sieht, worauf der Mensch sieht.  „Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der HERR aber sieht das Herz“ (1 Samuel 16,7). Die Gesundheit meiner inneren Welt und die Tiefe meines Charakters ist Gott äußerst wichtig.

Hingabegebet

Himmlischer Vater, danke, dass meine Berufung, genau wie bei Matthias, darin besteht, ein Zeuge für deine Auferstehung zu sein. In all den kleinen, unscheinbaren Augenblicken des Dienens – lass mich heute dein Lächeln über mir spüren. Gott, der die Herzen sieht, reinige mein Inneres und sende mich aus in deiner Gnade.

Segenszusage

Und nun mache ich mich bereit, diese Zeit des Gebets mit in den kommenden Tag zu nehmen. Dabei höre ich auf die Zusage des Herrn, der mich liebt, im Galaterbrief:

Schlussgebet

Vater, hilf mir, diesen Tag mit ganzem Herzen zu leben
und dir in jeder Hinsicht treu zu sein.
Jesus, hilf mir, mich an andere zu verschenken
und jedem Menschen freundlich zu begegnen.
Heiliger Geist, hilf mir, die Verlorenen zu lieben,
und Christus zu bezeugen in allem, was ich tue und sage.
Amen.

Originalsprecherin: Hannah Heather

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