Heute ist Dienstag, der 19. Mai, der fünfundvierzigste Tag in der Osterzeit. In dieser Zeit vor Pfingsten denken wir über die Erfahrungen der Jüngerinnen und Jünger Jesu nach, die gemeinsam auf die Ausgießung des Heiligen Geistes warteten. Dabei beten wir mit einigen der Bibelstellen, die wahrscheinlich auch sie vor Augen hatten, während Sie – so wie wir – auf die „Kraft aus der Höhe“ warteten.
Gemeinsam beten wir täglich, ganz unkompliziert, nach dem P.R.A.Y.-Muster – P steht für „PAUSE“: INNEHALTEN und zur Ruhe kommen. R steht für „REJOICE & REFLECT“: Unsere Freude mit einem Psalm ausdrücken und über ein Bibelwort NACHDENKEN. A steht für „ASK“: Gott BITTEN, uns und anderen zu helfen, und das Y steht für „YIELD“: Ja sagen zu Gottes Willen und mit HINGABE für ihn leben – komme, was wolle.
Zu Beginn meines Betens lasse ich es ruhig werden in mir. Ich atme langsam und bewusst und sammle meine zerstreuten Gedanken: Gott, du bist hier.
Heiliger Geist, ich warte auf dich, dass du mir Kraft gibst. Verwandle mein Denken, stärke meinen Glauben und lass meine Liebe wachsen, damit ich lebe, wie es Jesus entspricht, und ich allen seine gute Nachricht bringen kann.
Ich entscheide mich heute bewusst, mich an Gottes Stimme zu freuen, und ich stimme ein in den uralten Lobpreis des ganzen Gottesvolkes, mit Worten aus Psalm 95:
Kommt, wir wollen uns niederwerfen, uns vor ihm verneigen,
lasst uns niederknien vor dem HERRN, unserem Schöpfer!
Denn er ist unser Gott,
wir sind das Volk seiner Weide,
die Herde, von seiner Hand geführt.
Würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören!
Psalm 95,6-7 (EÜ)
Nachdem sie den auferstandenen Jesus gesehen hatten, konnten sich die wartenden Jünger seiner Macht absolut sicher sein, aber sie müssen immer noch viele unbeantwortete Fragen gehabt haben. Warum hatte Jesus sie verlassen? Wie lange mussten sie warten, bis der Beistand kam, den Jesus versprochen hatte? Und wie würde das Leben danach aussehen? Ich stelle mir vor, wie sie sich, voller Erwartung aber auch voller Ungewissheit, an Psalm 40 festhielten, um diese widerstreitenden Emotionen irgendwie einzuordnen…
Glücklich ist der,
der auf den HERRN vertraut
und nicht den Stolzen
und den Lügnern glaubt.
HERR, mein Gott,
du hast so viele wunderbare Taten getan
und deine Vorhaben sind so zahlreich.
Du bist mit niemandem zu vergleichen.
Wenn ich versuchen wollte, all deine wunderbaren Taten aufzuzählen,
würde ich kein Ende finden.
Du hast keine Freude an Opfern und Gaben.
Aber du hast mir die Ohren geöffnet
und ich erkenne, dass du keine Brand- und Sündopfer willst.
Da sprach ich: „Sieh her, ich bin gekommen.
Und das steht in deinem Buch über mich geschrieben:
‘Ich will deinen Willen gerne tun, mein Gott,
denn dein Gesetz ist tief in mein Herz geschrieben.’
Gott versteht, dass es mir nicht immer leicht fällt, auf ihn zu harren. Wenn ich keine schnelle oder offensichtliche Antwort auf meine Gebete bekomme, weiß er, dass in mir Zweifel und Sorgen aufkommen. Er weiß auch, dass ich versucht sein könnte, mich von ihm abzuwenden und „Lügnern Glauben zu schenken“ (vgl. Ps 40,5 NeÜ). Doch anstatt dass Gott von mir enttäuscht ist, sagt mir Psalm 40, dass er mich segnen möchte, wenn ich mich so fühle. Wenn ich gegen die Versuchung ankämpfe und weiter auf Gott hoffe, werde ich beginnen, Gott klarer zu hören und meine Gewissheit wird wachsen, dass Gott gute Dinge mit mir vorhat. Unsere Schwäche kann der Ausgangspunkt für Wachstum sein; und Zeiten des Drucks können unseren Charakter reifen lassen.
Wenn es mir gerade schwerfällt, zu warten, oder ich mit Versuchungen zu kämpfen habe, dann fasse ich neuen Mut. Ich bleibe standhaft und harre auf meinen Segen.
Heiliger Geist, bitte segne mich heute, während ich auf dich warte. Lass mich in der Treue zu dir wachsen und führe mich zu dem Guten, das du für mich geplant hast.
Psalm 40 warnt auch davor, „den Stolzen“ zu folgen – Prominente, Influencer oder Denkerinnen und Denker zu vergöttern, die für ihre Arroganz oder schlechten Werte bekannt sind.
Heiliger Geist, bitte mach jedem Personenkult ein Ende, der die Menschen in Gefahr bringt. Lass stattdessen die Wunder, die du getan hast, und das Gute, das du vorhast, allen Menschen kundwerden.
Ich lese den heutigen Abschnitt noch einmal und achte dabei besonders auf meine Gefühle…
Glücklich ist der,
der auf den HERRN vertraut
und nicht den Stolzen
und den Lügnern glaubt.
HERR, mein Gott,
du hast so viele wunderbare Taten getan
und deine Vorhaben sind so zahlreich.
Du bist mit niemandem zu vergleichen.
Wenn ich versuchen wollte, all deine wunderbaren Taten aufzuzählen,
würde ich kein Ende finden.
Du hast keine Freude an Opfern und Gaben.
Aber du hast mir die Ohren geöffnet
und ich erkenne, dass du keine Brand- und Sündopfer willst.
Da sprach ich: „Sieh her, ich bin gekommen.
Und das steht in deinem Buch über mich geschrieben:
‘Ich will deinen Willen gerne tun, mein Gott,
denn dein Gesetz ist tief in mein Herz geschrieben.’
Ich nehme mir einen Moment Zeit, um über ein bestimmtes Gefühl nachzudenken, das der Text in mir auslöst.
Psalm 40 warnt mich davor, große dramatische Opfer zu bringen, nach denen Gott gar nicht gefragt hat. Manchmal verspüre ich den Drang, zu beweisen, wie ernsthaft mein Glaube ist, um mir Gottes Anerkennung zu verdienen. Dasselbe war auch den Jüngern passiert. Sie hatten Jesus alle möglichen kühnen Versprechungen gemacht, nur um ihn dann zu verlassen, als er verhaftet wurde. Doch ihre jüngsten Begegnungen mit der Barmherzigkeit Jesu hatten ihre Unsicherheiten und ihr Geltungsbedürfnis beseitigt. Nun, da sie wussten, dass sie seine Liebe nie verdienen konnten, waren sie endlich bereit, einfach zu vertrauen und zu gehorchen.
Könnte es sein, dass ich diese Lektion auch lernen muss?
Heiliger Geist, ich entscheide mich, nicht mehr zu versuchen, dich zu beeindrucken. Hilf mir, meine Unsicherheit gegen mehr Vertrauen und Gehorsam einzutauschen.
Und nun mache ich mich bereit, diese Zeit des Gebets mit in den kommenden Tag zu nehmen. Dabei höre ich auf die Unterweisung des Herrn, der mich liebt, durch den Propheten Micha:
Es wurde dir, Mensch, doch schon längst gesagt, was gut ist
und wie Gott möchte, dass du leben sollst.
Er fordert von euch nichts anderes,
als dass ihr euch an das Recht haltet,
liebevoll und barmherzig miteinander umgeht
und demütig vor Gott euer Leben führt.
Vater, hilf mir, diesen Tag mit ganzem Herzen zu leben
und dir in jeder Hinsicht treu zu sein.
Jesus, hilf mir, mich an andere zu verschenken
und jedem Menschen freundlich zu begegnen.
Heiliger Geist, hilf mir, die Verlorenen zu lieben,
und Christus zu bezeugen in allem, was ich tue und sage.
Amen.
Originalsprecher: Izwe Nkosi
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