Heute ist Freitag, der 15. Mai, der einundvierzigste Tag der fünfzigtägigen Zeit zwischen Ostern und Pfingsten, in der wir dem auferstandenen Jesus durch die erschrockenen Augen seiner ersten Jüngerinnen und Jünger begegnen.
Zu Beginn meines Betens lasse ich es ruhig werden in mir. Ich atme langsam und bewusst und sammle meine zerstreuten Gedanken: Gott, du bist hier.
Herr Jesus Christus, Gekreuzigter und Auferstandener, begegne mir und sprich zu mir. Schenke mir deinen Frieden, jetzt, in diesen Momenten des Gebets, und im Laufe des kommenden Tages.
Ich entscheide mich heute bewusst, mich an Gottes Gegenwart zu freuen, und stimme ein in den uralten Lobpreis des ganzen Gottesvolkes, mit Worten aus Psalm 84:
Ja, besser ist ein einziger Tag in deinen Höfen
als tausend andere.
Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes
als wohnen in den Zelten der Frevler.
Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild.
Der HERR schenkt Gnade und Herrlichkeit.
Nicht versagt er Gutes denen,
die rechtschaffen wandeln.
HERR der Heerscharen,
selig der Mensch, der auf dich sein Vertrauen setzt!
Psalm 84,11-13 (EÜ)
Heute begebe ich mich mit den Jüngern Jesu in die verwirrende Zeit nach seiner Himmelfahrt. Jesus wurde ihren Blicken entzogen, und nun folgen die Jünger seinen letzten Anweisungen…
Dann kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
In diesen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder – etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen – und sagte: Brüder! Es musste sich das Schriftwort erfüllen, das der Heilige Geist durch den Mund Davids im Voraus über Judas gesprochen hat. Judas wurde zum Anführer derer, die Jesus gefangen nahmen. Er wurde zu uns gezählt und hatte Anteil am gleichen Dienst.
Ich stelle mir vor, wie ich den Weg mit den Jüngern zurücklege und dabei ihre Gesprächen belausche. Es ist nur ein kurzer „Sabbatweg“ – weniger als ein Kilometer – vom Ölberg bis nach Jerusalem. Aber sie gehen diesen Weg, ohne dass Jesus neben ihnen hergeht. Nach solch einer langen Zeit, die sie mit ihm verbracht haben – in der sich der Staub, den seine Sandalen aufwirbelten sich auf ihre Gewänder gelegt hatte – markiert diese kurze Strecke den Beginn eines neuen Abschnitts auf ihrem Weg mit Gott.
Jesus ist gegangen. Der Heilige Geist ist noch nicht gekommen. Aber in dieser Zwischenzeit entscheiden sich die Jünger für zwei Dinge: Seinen Anweisungen zu folgen und beharrlich zu beten.
Jesus, ich sehe, wie die Jüngerinnen und Jünger rund um die Uhr im Gebet miteinander verbunden waren, und so will ich auch leben. Bitte entfache mein Herz und führe mich mit anderen Gläubigen zusammen, die mich in meinem Gebetsleben motivieren und mit denen es mir leicht fällt „einmütig im Gebet zu verharren“.
Ich nehme mir einen Moment Zeit, um für die Gemeinde zu beten, der ich angehöre, und bitte Gott, dass er unseren Hunger nach Rhythmen des ununterbrochenen Gebets wachsen lässt.
Ich lese den heutigen Abschnitt noch einmal und achte dabei besonders auf meine Gefühle…
Dann kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
In diesen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder – etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen – und sagte: Brüder! Es musste sich das Schriftwort erfüllen, das der Heilige Geist durch den Mund Davids im Voraus über Judas gesprochen hat. Judas wurde zum Anführer derer, die Jesus gefangen nahmen. Er wurde zu uns gezählt und hatte Anteil am gleichen Dienst.
Ich nehme mir einen Moment Zeit, um über ein bestimmtes Gefühl nachzudenken, das der Text in mir auslöst.
Mitten in dieser wunderbaren Zeit des 24-Stunden-Gebets, die sich dort in Jerusalem abspielt, beginnt Petrus auf einmal über Judas zu sprechen. Ich frage mich, welche Emotionen sich im Raum regten, als sein Name ausgesprochen wurde – ein Name der zweifellos die schmerzhafte Erinnerung an das Trauma des Verrats wachrief.
Auch ich wurde schon von geliebten Menschen enttäuscht und verraten. Ich fühle den Schmerz von Verletzungen durch andere Christen – Menschen, die „zu uns gezählt“ wurden. Ich bin dankbar, dass ich diesen Schmerz nicht allein tragen muss. Stattdessen kann ich ihn in die von Narben gezeichneten Hände des Einen legen, der genau weiß, wie es sich anfühlt, und der alle meine Wunden heilen kann
Jesus, mein verwundeter Heiler, ich halte dir die Namen derer hin, die mich verletzt haben. Ich gebe sie dir. Ich öffne meine Fäuste und nehme deine ausgestreckte Hand in meine. Ich empfange deine Liebe, wie Balsam für meine Seele.
Und nun mache ich mich bereit, diese Zeit des Gebets mit in den kommenden Tag zu nehmen. Dabei höre ich, wie der Herr, der mich liebt, mir in Jesaja sagt:
Durch [meine] Wunden [bist du] geheilt.
Vater, hilf mir, diesen Tag mit ganzem Herzen zu leben
und dir in jeder Hinsicht treu zu sein.
Jesus, hilf mir, mich an andere zu verschenken
und jedem Menschen freundlich zu begegnen.
Heiliger Geist, hilf mir, die Verlorenen zu lieben,
und Christus zu bezeugen in allem, was ich tue und sage.
Amen.
Originalsprecherin: Hannah Heather
Für alle, die tiefer einsteigen möchten:
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