Heute ist Donnerstag, der 14. Mai, der vierzigste Tag der österlichen Freudenzeit zwischen Ostern und Pfingsten. In den letzten Wochen haben wir die Jünger Jesu auf dem Weg von der verheerenden Niederlage der Kreuzigung bis zur überwältigenden Freude der Auferstehung begleitet. Heute sind wir am Himmelfahrtstag angelangt – der Feiertag, an dem wir uns daran erinnern, wie Jesus in seiner Herrlichkeit zum Vater aufgefahren ist.
Zu Beginn meines Betens lasse ich es ruhig werden in mir. Ich atme langsam und bewusst und sammle meine zerstreuten Gedanken: Gott, du bist hier.
Herr Jesus Christus, Gekreuzigter und Auferstandener, begegne mir und sprich zu mir. Schenke mir deinen Frieden, jetzt, in diesen Momenten des Gebets, und im Laufe des kommenden Tages.
Ich entscheide mich heute bewusst, mich an Gottes Größe zu freuen, und stimme ein in den uralten Lobpreis des ganzen Gottesvolkes, mit Worten aus Psalm 34:
JAHWE will ich preisen allezeit,
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Aus tiefster Seele lobe ich JAHWE.
Die Mutlosen hören es und freuen sich.
Erhebt JAHWE mit mir,
lasst uns gemeinsam ihn ehren!
Psalm 34,2-4 (NeÜ)
Christi Himmelfahrt markiert den Moment, in dem Jesus vor den Augen seiner Jünger in den Himmel aufgenommen wurde. Heute denke ich über Jesu letzte Worte an seine Freunde nach, kurz vor diesem außergewöhnlichen Ereignis…
Deshalb fragten sie ihn bei nächster Gelegenheit: „Herr, wirst du dann das Reich Israel wiederherstellen?“
Jesus erwiderte: „Die Zeiten und Fristen dafür hat der Vater selbst festgelegt. Ihr müsst das nicht wissen. Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist über euch gekommen ist, und so meine Zeugen sein in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis in den letzten Winkel der Welt.“
Als er das sagte, sahen sie, wie er emporgehoben wurde. Dann verhüllte ihn eine Wolke vor ihren Augen.
Nach seiner Auferstehung hat sich Jesus den Jüngern mehrmals auf erstaunliche Weise gezeigt und ihnen liebevoll geholfen, ihre Zweifel zu verarbeiten und ihre Scham zu überwinden. Aber nun beginnen sich die Jünger zu fragen, was als Nächstes passieren wird. Ihr Blick fällt auf das große Ganze. Sie wollen wissen: Was bedeutet das alles für Israel? Und wann genau wird Jesus die Wahrheit seiner Auferstehung der ganzen Welt kundtun?
Ich stelle mir ihre schockierte Reaktion vor, als Jesus die Frage umkehrt, mit dem Finger auf sie zeigt und sagt: „Ihr werdet meine Zeugen sein“. Wie sich herausstellt, werden die Jünger – befähigt durch den Heiligen Geist – diejenigen sein, die diese bahnbrechende Nachricht verbreiten sollen. Nicht nur in Judäa und Samaria, sondern bis an die Enden der Welt!
Jesus, so wie du deine Jünger angehaucht und ihnen die Gabe des Heiligen Geistes geschenkt hast, hauche auch mich neu an (Johannes 20,22). In der Stille dieses Augenblicks empfange ich deinen Geist.
Ich bete jetzt für meinen Ort – das Missionsfeld, auf das Gott mich gestellt hat – und ich freunde mich mit dem Gedanken an, dass Gott mich aussenden könnte, um zur Antwort auf mein eigenen Gebete zu werden!
Ich lese den heutigen Abschnitt noch einmal. Dabei achte ich auf ein Wort oder einen Satz, der gerade besonders in meinen persönlichen Kontext passt…
Deshalb fragten sie ihn bei nächster Gelegenheit: „Herr, wirst du dann das Reich Israel wiederherstellen?“
Jesus erwiderte: „Die Zeiten und Fristen dafür hat der Vater selbst festgelegt. Ihr müsst das nicht wissen. Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist über euch gekommen ist, und so meine Zeugen sein in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis in den letzten Winkel der Welt.“
Als er das sagte, sahen sie, wie er emporgehoben wurde. Dann verhüllte ihn eine Wolke vor ihren Augen.
Wozu lädt mich der Heilige Geist heute konkret durch diese Verse ein?
Als Jesus zum Himmel aufsteigt, steht seine Kirche erst am Anfang. Wie Tom Wright sagt: „Die Geschichte geht weiter, und [ich bin] ein Teil davon!“* Ich denke über den Tag nach, der vor mir liegt. Ich lade den Heiligen Geist ein, jetzt zu kommen und mich zu stärken.
Ich stelle mir mein Zuhause vor und bitte Jesus, mich dort zu seinem Zeugen zu machen.
Ich zoome etwas weiter heraus und denke an meinen Ort, meine Stadt. Ich bitte Jesus, mich als Zeugen dorthin zu senden.
Nun denke ich noch weiter – an mein Land und darüber hinaus. Gibt es einen bestimmten Ort, an den du mich aussendest, Herr, um dein Zeuge zu sein?
Jesus, der Gedanke erfüllt mich mit Ehrfurcht, dass du mir zutraust, dein Reich in jeden Winkel der Erde zu bringen. Danke, dass ich heute eine wichtige Rolle zu spielen habe. Ich stelle mich für deinen Plan zur Verfügung und ich empfange jetzt die Kraft deines Heiligen Geistes.
Und nun mache ich mich bereit, diese Zeit des Gebets mit in den kommenden Tag zu nehmen. Dabei höre ich auf die Zusage des Herrn, der mich liebt, im Johannesevangelium:
„Nicht ihr habt mich ausgewählt, sondern ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr losgeht und Frucht bringt – Frucht, die Bestand hat. Wenn ihr dann den Vater in meinem Namen um irgendetwas bittet, wird er es euch geben.“
Vater, hilf mir, diesen Tag mit ganzem Herzen zu leben
und dir in jeder Hinsicht treu zu sein.
Jesus, hilf mir, mich an andere zu verschenken
und jedem Menschen freundlich zu begegnen.
Heiliger Geist, hilf mir, die Verlorenen zu lieben,
und Christus zu bezeugen in allem, was ich tue und sage.
Amen.
Originalsprecherin: Hannah Heather
* Tom Wright, Acts for Everyone Part 1 (SPCK, 2008), S. 3.
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