Heute ist Sonntag, der 6. September und damit der Auftakt einer weltweiten Woche des Gebets – der Global Week of Prayer. Diese Woche laden wir die Gemeinde Jesu auf der ganzen Welt ein, jede Nation der Erde mit ununterbrochenem Gebet zu füllen. Wir spüren, wie Gott Menschen einlädt, in Einheit zusammenzukommen. Und du kannst ein Teil davon werden! Weitere Informationen und Möglichkeiten zum Mitmachen findest du auf der „Global Week of Prayer“-Website.
Passend zum Thema der Global Week of Prayer beschäftigen wir uns diese Woche bei Lectio 365 mit Philipper 2, und insbesondere mit Vers 10, wo es heißt, dass „vor dem Namen Jesus […] einmal jedes Knie gebeugt“ werden soll. Im Laufe der Woche denken wir über verschiedene Ehrentitel nach, die Jesus trägt, und verkünden seinen Namen über uns selbst, unser Umfeld und unsere Nationen.
Wenn wir diese Woche mutig in seinem Namen beten, führen diese Bibelworte uns, als seine weltumspannende „königliche Priesterschaft“ (1. Petrus 2,9), vom anbetenden Staunen ins aktive Handeln. Aus dem Gebet heraus sind wir eingeladen, unseren König und Priester Jesus durch demütiges Dienen und aufopfernde Liebe nachzuahmen.
Zu Beginn meines Betens lasse ich es ruhig werden in mir. Ich atme langsam und bewusst und sammle meine zerstreuten Gedanken: Gott, du bist hier.
Herr Jesus, du bist über alles erhöht. Dein Name steht über allen Namen – über jedem Herrscher, jeder Macht und jeder Gewalt, im Himmel und auf Erden und unter der Erde.
Darum beten wir heute – im Namen Jesu – dass sich jedes Knie beugt und jede Zunge bekennt, dass er der Herr ist. Nicht weil wir die Kraft dazu haben, sondern weil du sie hast. Nicht, weil unsere Pläne ausreichend wären, sondern weil deine Macht unbegrenzt ist.
Ich entscheide mich heute bewusst, mich an Gottes Erbarmen zu freuen, und stimme ein in den uralten Lobpreis des ganzen Gottesvolkes, mit Worten aus Psalm 103,13-14:
Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der HERR über alle, die ihn fürchten.
Denn er weiß, was wir für Gebilde sind,
er bedenkt, dass wir Staub sind.
Heute denke ich über die wahrscheinlich bedeutendste Passage nach, die Paulus über Jesus geschrieben hat, die uns auf sein Vorbild der Demut, der Selbstverleugnung und des Gehorsams hinweist, das für unseren Umgang miteinander maßgeblich ist:
In euch soll die Einstellung regieren, die auch in Christus Jesus war:
Er war in Gottes Gestalt,
nutzte es aber nicht aus, Gott gleich zu sein,
sondern beraubte sich selbst
und wurde einem Sklaven gleich
Er wurde Mensch
und alle sahen ihn auch so.
Er erniedrigte sich selbst
und gehorchte Gott bis zum Tod –
zum Verbrechertod am Kreuz.
Darum hat Gott ihn über alles erhöht
und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen steht:
Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt;
von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr.
Und jeder Mund wird anerkennen: „Jesus Christus ist der Herr!“
So wird Gott, der Vater, geehrt.
Ich fühle mich angezogen von dem Satz: „In euch soll die Einstellung regieren, die auch in Christus Jesus war“. Das Wort Einstellung, oder Gesinnung (vgl. EÜ, LUT), könnte man auch mit „Haltung“ übersetzen. Christus möchte, dass diese Denkweise mehr ist als bloße mentale Zustimmung; dies soll eine Haltung sein, die sich in meiner tatsächlichen Lebensweise ausdrückt. Hier lese ich, dass das Leben, das Jesus für mich will, offenbar eines von Einheit, Harmonie und Demut ist.
In diesem Leben werde ich nie ganz wie Jesus sein, aber ich kann mich dafür entscheiden, die gleiche Haltung einzunehmen wie er. Die Grundlage meiner Einstellung sollte Demut sein – und diese Demut sollte sich in meinen Beziehungen zu anderen zeigen.
Herr Jesus Christus, ich sehne mich danach, zu sein wie du. Anstatt andere zu demütigen, sie „auf den Boden zurückzuholen“ oder ihnen meine eigene vermeintliche Überlegenheit zu zeigen, soll meine Haltung heute eine der Demut sein.
In einer Welt, in der Gewinnen das oberste Ziel zu sein scheint, bete ich für den Mut, bewusst zu verlieren. Ich bitte darum, dass das Gewinnen nicht länger die treibende Kraft in meinem Leben ist; das ich aufhöre, Menschen zu meinem eigenen Vorteil auszunutzen, und stattdessen andere höher achte als mich selbst.
Demütiger Jesus, ich bringe dir jetzt im Gebet jemanden, den ich all zu oft übersehe, und bitte dich, diesen Menschen mit deiner Güte zu segnen.
Ich lese den heutigen Abschnitt noch einmal und achte dabei besonders auf meine Gefühle…
In euch soll die Einstellung regieren, die auch in Christus Jesus war:
Er war in Gottes Gestalt,
nutzte es aber nicht aus, Gott gleich zu sein,
sondern beraubte sich selbst
und wurde einem Sklaven gleich
Er wurde Mensch
und alle sahen ihn auch so.
Er erniedrigte sich selbst
und gehorchte Gott bis zum Tod –
zum Verbrechertod am Kreuz.
Darum hat Gott ihn über alles erhöht
und ihm den Namen geschenkt, der über allen Namen steht:
Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt;
von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr.
Und jeder Mund wird anerkennen: „Jesus Christus ist der Herr!“
So wird Gott, der Vater, geehrt.
Ich nehme mir einen Moment Zeit, um über ein bestimmtes Gefühl nachzudenken, das der Text in mir auslöst.
Ich bin inspiriert und beeindruckt von dem Kontrast zwischen dem Leben Jesus und der Kultur, die mich umgibt. Seine Menschwerdung mündete in ein Leben des sich-selbst-entäußernden Gehorsams. Die Lebensweise Jesu wühlt mich auf und löst eine Begeisterung für die Gelegenheiten aus, die ich heute haben werde, Gott voll und ganz gehorsam zu sein.
Herr, ich entscheide mich heute zu verlieren, anstatt auf Kosten anderer zu gewinnen, und stattdessen demütig zu sein und zu dienen. Ich gebe mich dir hin und sehne mich danach, dir zu gehorchen und alles zu tun, was du von mir willst.
Und nun mache ich mich bereit, diese Zeit des Gebets mit in den kommenden Tag zu nehmen. Dabei höre ich auf die Zusage des Herrn, der mich liebt, wie er mir in Psalm 138 sagt:
Erhaben ist der HERR, doch er schaut auf den Niedrigen,
in der Höhe ist er, doch er erkennt von ferne.
Muss ich auch gehen inmitten der Drangsal,
du erhältst mich am Leben trotz der Wut meiner Feinde.
Du streckst deine Hand aus,
deine Rechte hilft mir.
Vater, hilf mir, diesen Tag mit ganzem Herzen zu leben
und dir in jeder Hinsicht treu zu sein.
Jesus, hilf mir, mich an andere zu verschenken
und jedem Menschen freundlich zu begegnen.
Heiliger Geist, hilf mir, die Verlorenen zu lieben,
und Christus zu bezeugen in allem, was ich tue und sage.
Amen.
Originalsprecher: Brian Heasley
Lectio 365 auf Deutsch ist ein Testlauf. Um zu schauen, ob und wie es weitergehen könnte, hilft es uns weiter, wenn du uns kurz ein paar Fragen dazu beantworten magst. Vielen Dank! Zur Umfrage.
Und wenn du über den weiteren Verlauf von Lectio auf Deutsch informiert werden willst, abonniere gerne unseren Newsletter.